Und die Kerze dachte bei sich: “Mein Licht wird nicht weniger, wenn ich es verschenke. Ich zünde damit viele Feuer an, jene im Herzen der Menschen. Auch wenn meine Flamme noch so unscheinbar ist, kann sie doch die Dunkelheit erhellen, dort, wo es nötig ist. Ich schenke Freude und Besinnung, Momente des Eintauchens in die Ewigkeit, wenn der Mensch ganz tief in mein Feuer blickt. Mein Leuchten spiegelt sich in seinen Augen wider, so verdoppelt es sich und wird mehr und mehr. Mit diesem Strahlen in den Augen kann der Mensch das Licht weiterreichen und es brennt und verbreitet sich, auch wenn ich schon längst nicht mehr bin. Dies ist mein Weg und mein Ziel, meine Gabe und Bestimmung und dafür lohnt es sich zu brennen.” Mit einem letzten Flackern bäumte sich das Flämmchen noch einmal auf, bevor der Rauch die Seele der Kerze in die stille Nacht hinauf trug.
Sonntag, 28. November 2010
Dienstag, 23. November 2010
Freitag, 5. November 2010
Freitag, 29. Oktober 2010
Goldener Herbsttag
Heute war ich gleich zwei Mal draussen unterwegs. Frühmorgens bin ich in den erwachenden Tag gelaufen. Anfangs lag der Wald noch im Schatten und auf den Gräsern am Wegrand waren Eiskristalle zu sehen. Nur ganz oben auf dem Berg strahlten die herbstbunten Bäume schon in den neuen Morgen. Später dann erste scheue Sonnenstrahlen, welche durch die leuchtendgelben Blätter einer kleinen Buche lugten. Bald darauf gab es kein Halten mehr, die Sonne stieg höher und höher und tauchte alles in ihren wunderbaren Glanz. Die Wärme ist sofort spürbar, doch im Schatten bleibt es kühl. Es ist Herbst und das ist nicht zu übersehen. Auch die Gerüche sind nun anders, es riecht nach feuchter Erde, nach Pilzen und zerstampften Kastanien. Sogar das Wasser vom Bach riecht anders in dieser kühlen, klaren Luft und zusammen mit einem leichten Wind sorgt es für einen herrlich freien Kopf. Im eigenen Rhythmus Frisches und Neues einatmen und Altes, Verbrauchtes ausatmen, das tut gut…
Am Nachmittag bin ich wieder unterwegs, es zieht mich wie das Wasser hinunter zum See, wo ich die wohltuende Stille geniesse und meinen Blick in die Ferne schweifen lasse. Farbenfrohe Bäume und Sträucher, weissverschneite Bergspitzen und das intensive Blau von Himmel und Wasser erfreuen meine Augen und lassen mich die Zeit vergessen. Ich nehme diese goldene Welt in mich auf und atme sie tief in mein Herz. Dort werde ich diesen wärmenden, sonnendurchfluteten Schatz den ganzen Winter über hüten und bei Bedarf immer und immer wieder ein klein wenig davon kosten. Ich möchte alle dazu ermuntern, dasselbe zu tun, es kostet nichts und ist doch sooo wertvoll…
Fruchtstand eines Sommerflieders und sein Schatten
Daraus strickt die Zwergin eine warme Mütze
Eine kleine leuchtende Schönheit…
Wir sind schon verblüht und schöner denn je
Mich sieht man schon von weitem!
Hörst Du meine Blätter rauschen?
Langsam neigt sich der Tag zu Ende
Mit einem letzten Strahlen verabschieden sich auch Eiger, Mönch & Jungfrau
Mittwoch, 27. Oktober 2010
Der Sommer war sehr gross
Herr, es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren lass die Winde los.
Befiehl den letzten Früchten, voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin, und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.
Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.
(Rainer Maria Rilke)
Samstag, 16. Oktober 2010
All-Liebe
Es gibt nichts Anziehenderes als einen Menschen,
der liebt – und dem man anmerkt, dass er nicht nur irgendwas oder irgendwen, sondern das Leben liebt.
(Erich Fromm)
Samstag, 2. Oktober 2010
Weiser Alter Mann
Die alten Wege tot? Darüber lachte Alter Mann. Vielleicht, sagte er, ist es einfach so, dass jene, die sich zu sehr daran gewöhnen, Landkarten zu benutzen, die wirklichen Wege unter ihren Füssen nicht mehr sehen.
(Joseph Bruchac)
Samstag, 25. September 2010
Herbst-lich Willkommen
Nun ist er da der Herbst! Seit gestern regnet es fast ununterbrochen und ist merklich kühler geworden. Der Blick zu den Bergen zeigt – wenn sich der Nebel ab und zu mal hebt – Schnee! Da ist es hier auf dem Sofa, eingehüllt in eine wärmende Decke, für die ein paar irische Schafe ihre Wolle gelassen haben, erst recht gemütlich. Das Knistern der Holzscheite im offenen Kamin trägt zur behaglichen Stimmung bei und die anstehenden Arbeiten im Haushalt haben sich bereit erklärt, zu warten :-)
Den letzten Tag vor diesem nasskalten Herbstbeginn bin ich wandernd angegangen. Mit den ersten Sonnenstrahlen bin ich losmarschiert und kurz bevor sie sich am Abend verabschiedet haben, wieder heimgekehrt. Dazwischen lag ein langer Weg bergauf, der mich einiges an Schweiss und Mühe gekostet hat. Doch ich wurde mehrfach entschädigt mit den wunderbar warmen Farbtönen des frühen Herbstes, mit eindrücklichen Aussichten auf die umliegenden Berge, mit allerlei zauberhaftem links und rechts des Weges und einer wilden, menschenleeren Gegend, in der Ehrfurcht und Staunen gross und grösser wurden!
“Ein Männlein steht im Walde ganz still und stumm”
Weiss diese Blume vom nahenden Herbst?
Schattenspiel – wer errät die Pflanze?
Die bunten Farnblätter säumen meinen Weg
…durch die urwüchsige Landschaft
Frau Hummel und Frau Silberdistel
Ein munterer Bach in wildromantischer Umgebung
Ob da zum Vollmond Elfen tanzen?
“Man” könnte noch weiter wandern…
Grandioses Spiel aus Farben, Licht und Schatten
Montag, 20. September 2010
FarbenFroh
In allen Regenbogenfarben fallen die Strahlen der untergehenden Sonne sanft auf Wald und Wiese.
Die bunten Farben spiegeln sich in den Blümchen, welche meinen Weg säumen.
Winzig-fröhliche Farbtupfer, welche bald verblüht sein werden. Dann ziehen sie sich in Mutter Erdes Schoss zurück und ruhen sich aus, bis zum nächsten Frühling. Alles hat seine Zeit.
Aufblühen - Blühen - Verblühen - Rückzug
Doch noch zeigen sie sich in ihren leuchtenden Farben. Schaut und geniesst, wie schön sie sind…
Inneres Licht – Äusseres Leuchten
In mir spiegelt sich der Himmel
Im Schatten der Bäume fühl’ ich mich wohl
Brombeer-Prinzessins letzter Tanz
Die wohltuende Wärme geniessen…