Meine Linde. Wie ich es genieße, ihr immer wieder mal einen Besuch abzustatten. Sie wohnt direkt neben unserem Haus, zusammen mit ein paar Hasel- und anderen Stauden und einer zweiten, etwas kleineren Lindenschwester. Sommerlinde und Winterlinde. Die eine schon verblüht, die andere aktuell in ihrer schönsten Pracht. Wenn ich euch ihren verführerisch süßen Duft mitschicken könnte, ihr würdet die... Augen schließen und verzückt lächeln... Am Fuße dieses Baumes sitzend ging mir heute mal wieder durch den Kopf, wie schnell doch die Zeit verfliegt. Schneller und schneller, immer schneller! Da fühle ich manchmal Panik aufsteigen. Will sie festhalten diese Zeit, weiß aber, dass dies unmöglich und vor allem auch unnatürlich ist. Überlegte dann, ob es ein Rezept gibt, doch etwas von der Zeit behalten zu können. Die Linde half mir dabei... So gibt es nichts wichtigeres zu tun als die ganz besonderen Augenblicke in vollem Bewusstsein auszukosten und tief im Herzen zu verankern. Diese kostbaren Momente dann wie Perlen auf einem Faden aneinander zu reihen und wann immer ich Lust habe, diese Kette fühlen, anschauen, tragen und genießen. Was ist mein Leben doch für ein bunter, farbenfroher Mix aus Glück, Liebe, Fröhlichkeit und Freude und wie dankbar bin ich dafür. Manchmal nicht dankbar genug - und dann ist es an der Zeit, mir alles, was ich habe und bin, ins Bewusstsein und ins rechte Licht zu rücken und Danke zu sagen! Lindengrüsse zu euch allen…
Dienstag, 7. Juli 2015
Montag, 25. Mai 2015
Im Vertrauen sein
Mit meinem schlafenden Baby im Arm genoss ich heute eine Verschnaufpause am Lombach. Auf dem Weg dorthin hing ich meinen Gedanken nach, grübelnd und unzufrieden. Hervorgerufen durch den Umstand, dass ich seit ein paar Tagen eine öffentliche Facebook Seite habe. Die Freude darüber, dass ich mich zu diesem Schritt getraut habe, ist gross. Die andere Seite aber ist, das ich mir damit Druck mache. Soll ich euch davon erzählen? Muss ich darüber schreiben? Ich denke ja, weil ich damit ganz sicher nicht alleine bin und wir hier vielleicht voneinander lernen können…
Da ist meine Gabe zu spüren, zu sehen, ja zu wissen, dass um uns herum mehr ist als das, was wir auf den ersten Blick sehen. Und, mit Hilfe von meinen Bildern, dies teilweise sichtbar zu machen. Es ist eine Herzensangelegenheit für mich, dies zu tun. Ich muss einfach. Da fängt es aber an, mit dem Druck. Ich spüre dann, dass es so nicht funktioniert. Wenn ich Dinge sehen will, weil ich meine, ich müsste sie sehen, weil ich doch davon erzählen will – dann kommt da gar nichts! So fühlte ich mich auch heute blockiert und nicht im Fluss. Auf einem Stein sitzend musste schmunzeln: wenn ich schon nicht im Fluss bin, so sitze ich doch wenigstens an einem. Um ruhig zu werden und um zu schauen, zu spüren, zu denken. Doch halt: das mit dem Denken ist bei mir immer gefährlich. Wenn ich nämlich zu viel darüber nachdenke, dann kommen Zweifel. Ich denke dann “ach, das bilde ich mir alles nur ein, das kann gar nicht sein, was ich da immer alles sehe, das ist Wunschdenken und nicht real, ich kann das doch gar nicht, was soll das alles, für was soll das überhaupt gut sein etc. usw. Im Herzen und Bauch sieht es aber ganz anders aus: da weiss ich einfach, dass sie da ist, diese andere Welt. Sie ist da, vor unseren Augen, aber es ist schwierig, sie mit diesen zu sehen. So sass ich also da und Kopf und Herz waren mal wieder im Kampf. Zum verzweifeln!
Die Steingesichter im Bach, die Baumgesichter über mir, alles, was ich wahrnehme, das ist doch nicht einfach nichts! In solchen Momenten habe ich dann ein schlechtes Gewissen: all das, was sich mir schon zeigte, was ich sah, sehe, fühle, spüre und Gewissheit habe, das es ist – und ich zweifle noch immer… Warum nur? In dieser inneren Zerrissenheit sagte ich mir “Stopp! Ich muss mir nichts beweisen. Ich muss niemandem etwas beweisen. Ich muss auch niemandem gefallen. Die einen verstehen, die anderen nicht. Egal, es ist wie es ist. Lass es einfach. Lass es ziehen mit dem Wasser, lass los, gib es mit, du musst nichts, du darfst. Alles ist gut wie es ist. Alles ist gut - vertraue”… Und es war mir wieder leichter ums Herz.
Wer meint, die Geschichte sei nun zu Ende täuscht sich. Sie fing erst an… Es gab Bestätigung von allen Seiten! Da war der aufkommenden Wind, der Samenkapseln eines Baumes durch die Luft fegte und ich stand darunter und kam mir vor wie das Mädchen mit den Sterntalern. Und die Botschaft dahinter “öffne einfach deine Hände, strecke die Arme nach oben und empfange. Danach kannst du aus dem Vollen schöpfen”. Oder die kleinen Zeichen am Wegrand: ein Vergissmeinnicht, welches mich erinnerte… Der wunderschönen Gesang eines Rotkehlchens, welches für mich immer schon ein ganz besonderes Vögelchen war und mich seit Jahren “begleitet”. Hunderte schöner Pflanzen rechts und links vom Weg, teilweise so klein, das man sie leicht übersieht. Dann die Aufforderung an mich: “verbreite Schönes, zeig die Schönheit um dich herum, die Menschen freuen sich darüber”. Und ich hatte, zu meinen Erstaunen einfach den Gedanken “Ja, das werde ich tun”. Nicht mehr und nicht weniger. Wer sehen will sieht, wer nicht, lässt es sein. Das muss nicht ich entscheiden. Ich muss und darf und soll es einfach tun. Punkt!
Es war einmal mehr ein unglaublicher Spaziergang, bei dem Zeit und Raum plötzlich keine Rolle mehr spielt, ja in diesem Augenblick eigentlich gar nicht existiert. Das dies so möglich ist, fasziniert mich immer wieder aufs Neue.
Und während ich all dies nun hier niederschreibe fällt mir auf: Ich tue das ja schon längst. Von der Schönheit erzählen, die um uns herum ist. Das kleine Grosse (oder ist es das grosse Kleine?) zeigen. So will ich gerne weitermachen, weiter gehen auf meinem Weg. Die Zeichen sichten und als wahr nehmen, und falls sich Zweifel zeigen, diese dem Wind mitgeben, er verwandelt sie mit Leichtigkeit…
Mittwoch, 20. August 2014
Am Wasser
Sonntag! Und endlich wieder einer, wie der Name es verspricht: voller Sonne, Wärme und Licht. Ich schenke mir eine Stunde für mich alleine. Erst geht’s den Wald rauf, teilweise entlang des vorgegebenen Weges, teilweise aber auch mitten durch Gebüsch und Spinnweben, meinen eigenen Weg findend. Dann über die Brücke und runter entlang des Bachs. Dieser Platz hier lässt mich anhalten und lädt ein, mich unten am Wasser hinzusetzen. Da kann ich nicht widerstehen und setze mich auf einen Stein, so dass ich hier gut verweilen kann. Es ist wie eine andere Welt. Hier verschwindet Zeit und teilweise auch Raum. Der Bach ist laut und wild und doch scheint das Wasser mit einem Mal wie in Zeitlupe an mir vorbei zu fliessen und auch das Rauschen wird leiser und leiser und dahinter erscheint eine zauberhafte Melodie und eine Geschichte, wie sie nur von der Natur erzählt werden kann. Hier sind die Schleier sehr dünn und der Schritt von der einen zur anderen Realität ist ein kleiner. Ich sitze da, höre zu, atme ein, geniesse und bin ganz erfüllt von diesem Frieden, der mich umgibt und auch in mir drin ist. Einmal mehr denke ich bei mir, dass es nicht Stunden und Tage braucht, auch nicht ferne Ziele, um aufzutanken und abzuschalten. Es kann ganz in der Nähe sein und braucht nicht zwingend viel Zeit. Es braucht die Bereitschaft, sich führen zu lassen, seinem Gefühl zu vertrauen und sich dem Moment hinzugeben. Und so spüre ich nach einer Weile “nun ist genug” und ich spreche einen leisen Dank. Da bemerke ich auf dem Stein zu meinen Füssen eine ganz besondere Gabe – von wem auch immer – und freue mich, dass ich offen bin, Geschenke als solche wahrzunehmen. Gut genährt, dankbar und ganz erfüllt gehe ich nun weiter durch meinen SonnTag.
Der Quelle entsprungen, fliesst das Wasser
zur EINEN Quelle zurück
Für die äusseren Ohren mag das Wasser sich laut anhören - die inneren vernehmen
eine zauberhafte Melodie
Hier verweilt das Wasser, bevor es munter weiter geht
Samstag, 17. Mai 2014
Nicht von dieser Welt
Neulich überkam ES mich mal wieder! Es ist dann, wie wenn ich gerufen, geführt bin. Es ist ganz einfach, ganz leicht, nichts kompliziertes oder aufwendiges! Eine silberfarbene Löwenzahnblüte, strahlender Sonnenschein und ein tiefblauer Himmel. Die Blüte nach oben gestreckt, in ihr das Licht einfangen und dann staunen, was es zu sehen gibt. So fein, so filigran, so perfekt, so einfach, so wunderschön. Es macht mich sprachlos, wie kann solch ein Wunder beschrieben werden? Was ich im Herzen fühle ist für mich oft schwer in Worte zu fassen. So lasse ich einfach die Bilder sprechen im Wissen, dass sie auch bei dir im Herzen ankommen und klingen werden.
Sonntag, 2. Februar 2014
Imbolc – Lichtmess
Auch wenn es gerade heute, wo es seit langem mal wieder regnet und schneit, der Himmel wolkenverhangen und düster ist, nicht so scheint, ist am 2. Februar der Tag von Lichtmess, Imbolc und der Heiligen Brigid. An diesem Tag kehrt das Licht zurück, neue Energie zeigt sich, es riecht nach NeuBeginn und Frühling. Das Dunkel des Winters ist überwunden und es ist ein guter Zeitpunkt, um inne zu halten und im übertragenen Sinn zu schauen, was denn für das neue Jahr gesät werden könnte und was wir hinter uns lassen wollen. Die Samen werden im Laufe des Jahres keimen, treiben, blühen und Früchte hervorbringen. Wie diese Früchte aussehen, hängt ganz davon ab, was wir säen und mit welchen Gedanken wir unser kostbares Gut nähren, hegen und pflegen. Nicht immer wird die Sonne scheinen, manchmal ist es etwas zu nass, dann zu trocken und ab und zu gibt es starken Wind mit Blitz und Donner. Wichtig ist, immer wieder auf das Licht, auf das Schöne, auf das Wunder des Lebens zu blicken und diesem bejahend und wohlwollend zu begegnen. So können kräftige Pflanzen wachsen und aus den Früchten, welche wir ernten, entstehen wiederum Samen und so sind wir mittendrin und eingebettet in den ewigen Kreislauf des Lebens. So lasst uns heute das Licht feiern, Kerzen anzünden und auch unser inneres Licht nach außen strahlen lassen.
Mittwoch, 1. Januar 2014
Happy New Year
Das neue Jahr ist erst wenige Stunden alt. Noch ganz frisch und unverbraucht. Vor ein paar Jahren erhielt ich am frühen Morgen des 1. Januars eine SMS mit folgendem Spruch:
“Bricht der erste Morgen des neuen Jahres an, so erscheint der Himmel nicht anders als am Tag zuvor, aber doch ist einem seltsam frisch zumute”
Ich wünsche uns allen, dass wir dieses frische, besondere Gefühl mit in das neue Jahr nehmen können und es auch die kommenden Monate hindurch anhalten möge*
Zum Bild möchte ich gerne noch etwas erzählen: letzte Woche, als ich nach längerer Zeit wieder mal den Weg dem Waldrand entlang zum Lombach spazierte, hat mich schier der Schlag getroffen! Ich sah das Resultat der Aktion, während derer mehrere Tage die Kettensägen gewütet hatten. Es trieb mir fast die Tränen in die Augen! So viele von “meinen” Bäumen sind einfach weg und nur noch die abgesägten Strünke erinnern an deren Größe und Pracht. Auf dem Rückweg zeigte sich dann im Licht der schon tief stehenden Sonne ein ganz anderes Bild. Lauter Kostbarkeiten waren zu sehen, welche es ohne dieses “abholzen” nicht gegeben hätte. So war mein zuvor etwas trauriges Herz mit einem Mal wieder zuversichtlich und fröhlich und ich freute mich über all die Details, welche ich sah. Es ist für mich ein Sinnbild, dass in allem immer ganz Unterschiedliches erblickt und gesehen werden kann. Es kommt ganz auf meinen Fokus an.
So möchte ich euch nun mit diesem strahlendschön leuchtenden Engel von Herzen ein glückliches, gesundes, wundervolles und und farbenfrohes neues Jahr wünschen und freue mich darauf, hier in meinem Blog wieder etwas aktiver zu sein als die letzten Monate…
Mittwoch, 25. Januar 2012
Happy Birthday!
Mein Blog feiert heute seinen 2. Geburtstag!
Ich könnte hier jetzt schreiben, wie viele Fotos ich gepostet habe, wie viele Besucher auf der Seite waren, von wo die Zugriffe kamen und wie lange in den unterschiedlichen Beiträgen im Durchschnitt verweilt wird. Doch das alles interessiert mich nicht so sehr, Statistiken sind mir zu trocken. Hauptsache, die Bilder und Texte berühren, freuen, inspirieren! Und falls sie das tun, freue ich mich sehr über einen Kommentar von euch, denn natürlich tut es gut zu wissen, ob mein Blog Beachtung findet ;-)
So werde ich weiterhin durch Feld und Wald schweifen, um mit offenen Sinnen zu sehen, was ist. Die Natur hat viele Gesichter und noch mehr Geschichten, sie alle erzählen von Weisheit, Verbundenheit, Schönheit und Respekt. In dieser Welt hat alles seinen Platz und nichts ist vergebens. Mich darin frei bewegen zu können ist wunderbar bereichernd und dafür danke ich sehr***
“Ich habe aus dem Buch der Natur gelernt, aus den Felsen, den Blättern, dem Gras und den Bächen. Ich habe gelernt, das zu tun, was Aufgabe aller ist, die die Natur lieben: die Schönheit zu fühlen.”
(Keltische Weisheit)
Sonntag, 15. Januar 2012
Der schönste Moment des Tages
Weihnachten vor zwei Jahren habe ich ein wunderschönes Schreibbüchlein geschenkt bekommen. Es hat einen türkisfarbenen Umschlag mit ausgestanztem, winzigem Blümchenmuster, durch welches pinkfarbenes Papier schimmert. Ein zartes Seidenband am Buchrücken sorgt dafür, dass das Büchlein gut zusammengehalten ist. Als Tagebuch wollte ich es nicht verwenden, da nehme ich seit Jahren meine schwarzen Moleskine, welchen ich mit einer Postkarte einen persönlichen Anstrich verleihe. Doch das Büchlein einfach nur zur Dekoration auf dem Schreibtisch liegen zu haben, fand ich auch nicht so toll. Dann tauchte, pünktlich zum Jahresbeginn 2010, die perfekte Idee auf: von jedem der kommenden Tage wollte ich mir den jeweils schönsten Moment aufschreiben. Ein Sammeln von einzelnen Glücksperlen, welche mit der Zeit eine wunderschöne Sammlung ergeben. Strahlend, leuchtend, unvergesslich… Gesagt, getan, ich habe fleißig notiert, an manchem Tag gar zwei oder drei “schönste Augenblicke”. Doch wie es manchmal kommt: irgendwann im Lauf der Monate verlief es sich im Sand, aus welchen Gründen auch immer... Bis mir das Büchlein vor einigen Tagen wieder in die Hände fiel! Welch Freude, all diese Kostbarkeiten zu lesen! Und mich zu erinnern. Zum Beispiel an den Duft nach warmem Brot, nachdem ich wegen einer heftigen Grippe 1o Tage lang null und nichts gerochen hatte! Oder ein Gänsehaut-Moment an einem abgelegenen Bergsee, wo in die Stille hinein plötzlich Alphornklänge zu hören waren, welche mich zu Tränen rührten! Dann auch die in goldenes Licht getauchten Tannenspitzen hinten am Waldrand, kurz bevor sich die Sonne für diesen Tag verabschiedet hat…
Nun notiere ich mir wieder Tag für Tag all die Momente, die mich berühren und welche, so unscheinbar sie für einen anderen auch scheinen mögen, für mich groß und bedeutsam sind.
Mittwoch, 28. Dezember 2011
Wenn Schleier sich lüften
Heute, es war gegen Abend, habe ich mir trotz all den Dingen, welche im alten Jahr noch erledigt werden wollen, Zeit genommen, um einen Spaziergang zu machen. Eigentlich hatte ich einen ganz anderen Weg im Sinn, als den, den ich dann ging. Ich hatte Äpfel und Vogelfutter dabei, welches ich auf Baumstrünke und Holzstapel lege, und welches immer dankbar angenommen wird, manchmal auch von Mäusen und anderen Tieren. Wie immer hatte ich auch meine Kamera in der Jackentasche und kaum war ich aus dem Haus getreten, blieb ich auch schon stehen und konnte mich an dem wunderschön gefärbten Winterhimmel kaum satt sehen. Den ganzen Tag waren wir im und unter dem Nebel gewesen und nun lichtete er sich und zum Vorschein kam diese Farbenpracht. Mit den verbliebenen, übers Land schwebenden Nebelschleiern sah das ganz besonders schön aus und so kam ich nicht so weit, wie ich gedacht hatte. Ich entschloss mich, quer über die Wiese zum Haus zurück zu gehen und blieb auch da wieder stehen. Nebelschwaden jagten vom Dorf her in Richtung Wald und sammelten sich dort, bevor sie sich auflösten, keine Ahnung, wohin. Da fielen mir die Geschichten ein, welche erzählt werden, von Heeren, welche “zwischen den Jahren” durch den Himmel reiten. Zurück bei den Lindenbäumen zündete ich die Teelichter in den Gläsern an, welche ich zu Füssen der großen Bäume hingestellt habe. Dort verweilend und den farbigen Himmel betrachtend, nahm ich plötzliche Geräusche war, welche sich anhörten, als ob schwere Regentropfen oder kleine Hagelkörner auf Äste und Blätter treffen würden. Nur – es gab weder Regen noch Hagel noch Blätter an den Bäumen! Das Knistern wurde immer mehr und mir wurde zunehmend unheimlicher! Es kam aus dem Boden und klang fast so, als ob dieser von feinsten Rissen durchzogen würde, welche immer grösser werden. Mir kam aber auch der Gedanke, es seien hunderte von kleinen Wesen, welche in der Erde wirken und werkeln und schaffen und weben. Vielleicht war es auch einfach die Kombination von Wind und Feuchtigkeit, den sinkenden abendlichen Temperaturen und des gefrorenen Bodens. Es war auf jeden Fall ein ganz besonderer Moment, an dem ich da teilhaben konnte und das Gefühl, etwas Unsichtbares “gesehen” zu haben, hält noch immer an. Für solches Erleben bin ich immer unendlich dankbar, mir wurde mal wieder ein kurzer Blick hinter die Schleier gewährt und ich weiß in meinem Innersten, dass hinter der großen Welt des Sichtbaren sich eine noch viel größere, unsichtbare befindet. So schließe ich einmal mehr mit einem meiner Lieblingszitate: “Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.”
Montag, 28. November 2011
Das Licht vom 1. Advent
Gestern war der 1. Advent. Nun geht es in großen Schritten gegen Weihnachten zu. Das äußere Licht wird weniger, die Nächte sind lang und dunkel und wenn die Sonne den Nebel nicht aufzulösen vermag, wird es tagsüber gar nicht mehr so richtig hell. Nebst dem Licht fehlen uns auch die Farben. Die Natur hat sich zurück gezogen, alles ist verwelkt und scheint abgestorben. Jetzt ist es ganz wichtig, sich auf sein inneres Licht zu besinnen und dieses für sich und andere strahlen und leuchten zu lassen. Wir können dieses Licht stärken, indem wir gut zu uns schauen, uns selbst viel Liebes tun und diese Kostbarkeit mit viel Aufmerksamkeit nähren und hüten. Bald schon ist die Wiedergeburt des Lichts und von der Wintersonnenwende an geht es wieder aufwärts. Das Licht kehrt zurück, im Erdinnern ist mächtig was los und zahlreiche Wesen sind damit beschäftigt, dass auch im nächsten Frühling die Blumen sprießen und alles wieder in farbiger Üppigkeit und Fülle wächst und gedeiht. All das haben wir auch in uns, und wenn wir inne halten und still werden, können wir den Reichtum erblicken und unsere Schätze heben…
Ich wünsche allen von Herzen eine WUNDER-VOLLE Adventszeit ♥
Montag, 14. November 2011
Goldener Herbst
Das Leuchten des goldenen Herbstes tief in mich aufnehmen und an nebelverhangenen, düsteren Tagen mich an die bunten, fröhlichen Farben mit einem warmen Lächeln erinnern ♥
Dienstag, 25. Oktober 2011
Magic Moments
Auf unserer Reise durchs Leben gibt es Momente, die scheinen wie nicht von dieser Welt. Uns wird dabei ein Blick gewährt in etwas Unendliches, etwas, das grösser ist, als wir es mit unserem Verstand zu fassen vermögen. Solche Augenblicke sind ein Geschenk, welches wir nicht genug hüten können. Die Seele erkennt und freut sich. Eine ferne Erinnerung wird in uns wach, etwas Vertrautes, das manchmal schwer einzuordnen ist. Mit einen leisen Lächeln auf den Lippen tauchen wir danach wieder auf und gehen unseren Weg im Hier und Jetzt weiter. Fühlen uns gestärkt, in unserer Mitte und mit allem verbunden…
Sonntag, 23. Oktober 2011
Herbstlich(t)
Sonnenstrahlen scheinen durch buntes Laub und leuchten mir meinen Weg. Solange ich mich am Licht orientiere, bin ich gut unterwegs…
Sonntag, 26. Juni 2011
Am Ende des Tages
Ein wunderbarer Tag neigt sich zu Ende. Es war ein richtig perfekter SommerSonnTag. Einen langen Spaziergang durch die umliegenden Felder gemacht, dabei den sanften Wind genossen, welcher die warme Haut gestreichelt hat. Mit nackten Füssen im Wasser am See gesessen, den ganz speziellen Duft in der Nase, welcher so typisch ist für das kühle Nass. Dem Wildbach entlang nach Hause geschlendert, froh um schattenspendende Bäume, welche die Hitze erträglich machten. Den Linden neben dem Haus einen Besuch abgestattet, eine von ihnen steht zur Zeit in voller Blüte und verströmt einen Duft, der einem mitten ins Herz geht. Zugeschaut, wie die drei berühmten Berge, welche sommers und winters das Schneekleid tragen, in den unglaublichsten Rosa – Rot Tönen erstrahlt sind, um sich dann in immer sanfter und weicher werdenden Farben vom Tag zu verabschieden. Kerzen angezündet, den herrlichen Duft nach frischem Heu tief in mich aufgenommen und nun erste Sterne bestaunt. Das Herz weit offen, in Gedanken unterwegs an Orte, welche unerreichbar und doch so nah sind…
Donnerstag, 2. Juni 2011
Ich schenke mir Zeit
Schon lange nicht mehr durch Wald und Wiese gestreift! Schon lange keinen Beitrag mehr geschrieben. Mir fehlt die Inspiration. Und ich stelle fest: durch die Landschaft wandernd kommen mir die besten Gedanken, da bin ich ganz bei mir, still, in Ruhe, voller Staunen über alles, was um mich ist. Die Tage sind voll und ich nehme mir nicht die Zeit, raus zu gehen. Schade eigentlich, es wäre machbar, aber eben… Sich Zeit nehmen oder sich Zeit geben. Zeit geben hört sich viel besser an. Weil ich es mir wert bin. Ich war einige Tage in Berlin. Dort war viel Zeit. Mitten im hektischen Treiben dieser großen Stadt gibt es Orte, wo sie still zu stehen scheint. Hetze und Hektik auf der einen, Muße und Gelassenheit auf der anderen Seite. Welche Seite wähle ich? Wie entscheide ich mich? Morgen geh ich in den Wald – ich schenke mir die Zeit dazu – ganz bewusst…
Mittwoch, 2. Februar 2011
Das Licht kehrt zurück
Heute ist Maria Lichtmess und der Tag der Heiligen Brigid. Ab jetzt wird das äussere Licht wieder heller, die Tage sichtbar länger und der Frühling beginnt sich zu regen. Unter meinem Balkon sind schon einige winzige Köpfe der Winterlinge zu sehen. Kein Wunder, der Januar war äusserst mild. Auch wenn es schön ist, dass der Frühling bald da sein wird: ich möchte noch ein bisschen Winter und Schnee, Eis und Kälte, wohliges zurückziehen in der warmen Stube nach einem frostigen Spaziergang…
Es kommt, wie es kommt, zum Glück liegt es nicht auch noch in des Menschen Macht, das Wetter mitbestimmen zu können!
Die Sonnenstrahlen, welche die noch etwas verschlafen wirkenden Blümchen zum Leben erweckt haben, geniesse ich zusammen mit ihnen. Die wohltuende Wärme auf dem Gesicht zu spüren ist einfach herrlich ♥
Ein bisschen anstrengend ist es schon…
Dienstag, 25. Januar 2011
♥ Happy Birthday ♥
BilderGeschichten&Gedanken wird heute 1 Jahr alt :-)
Grund genug, eine Kerze anzuzünden und mir in Ruhe die Beiträge der vergangenen Monate anzuschauen.
So viel Schönes gab es zu entdecken und die Welt ist noch voll davon…
Ich freue mich auf mehr!
“Tu, was du kannst,
mit dem, was du hast,
und dort, wo du bist”
(Franklin D. Roosevelt)
Montag, 17. Januar 2011
Was zeigt sich da?
Irgendwo mitten im Wald. Die Sonnenstrahlen fallen da und dort bis auf herumliegenden Äste und Baumstrünke herunter. Eher Frühling als Winter ist es angenehm warm, Schnee liegt schon seit Tagen nicht mehr. Still ist es hier. Ausser dem fröhlichen Zwitschern der kleinen Tannenmeisen und dem Klopfen eines Spechts ist nichts zu hören. Sanfter Wind spielt mit den ausladenden Ästen der alten Bäume. Ich bin fasziniert von einigen Stechpalmenblättern, welche im Gegenlicht der Sonne aussehen wie pures Gold. Direkt vor mir liegt ein kleines Stück Holz, welches vollkommen zugewachsen ist mit Moos. Im warmen Licht der Sonne bildet es einen leuchtendgrünen Kontrast zum Waldboden. Das Bild ist unwiderstehlich! Ich knie mich nieder und betrachte es einen Moment lang. In mir drin ist es längst abgespeichert, trotzdem mache ich ein paar Fotos. Zu Hause eine freudige Überraschung: auf einigen Bildern ist weit mehr zu sehen, als einfach “nur” Moos! Ist es so, dass ich (und jeder andere Betrachter) mehr sehe als das Moos – oder möchte da etwas gesehen werden, bzw. sich zeigen? Bei dieser Art Bilder wird meine Fantasie auf jeden Fall angeregt und was immer es ist (es muss nicht alles benannt werden…), ich bin dankbar und berührt, dass ES sich mir zeigt und habe grössten Respekt davor! Man sieht nur mit dem Herzen gut ♥
Mittwoch, 29. Dezember 2010
NebelGedanken II
Heute morgen war alles wie in Watte verpackt.
Ich hab’ mir die Augen gerieben, als ich aus dem Fenster blickte, dichter Nebel, ich sehe nicht mal bis zum Waldrand und der ist doch ganz nah! Mitten drin zu sein in diesem scheinbar Undurchdringlichen ist hier sehr selten, so bin ich schneller draussen als ich denken kann! Anfangs sah es aus, als würden sich die Schleier gleich lüften, kurz waren die Wipfel der Tannen sogar in schwaches Sonnenlicht getaucht. Doch so schnell gibt sich der Nebel nicht geschlagen, heute herrscht er und das soll auch bis in die Nacht hinein so bleiben!
Während die Nebelschwaden, als feinste Tröpfchen sichtbar, an mir vorbei ziehen, wandern auch meine Gedanken umher. Wenn mit den äusseren Augen kaum mehr etwas zu sehen ist, kommt es zu einem anderen Schauen. Dieses bündelt sich auf das Wesentliche, das Ur-Eigene. Dinge, von denen man weiss, dass sie da sind, sind plötzlich verschwunden. Und vor dem inneren Augen entstehen Bilder und Gestalten, welche sonst unsichtbar sind. Dieses Unsichtbare ist zum greifen nah und während ich bei einer Tanne sitzend Rast mache und die Augen geschlossen halte, höre ich ein Flüstern und Murmeln, ein Wispern und Knistern und freue mich einfach darüber, hier zu sein…
Hier sind ein paar Tropfen hängen geblieben
Ein paar Sonnenstrahlen und schon strahlt der Efeu
Freitag, 29. Oktober 2010
Goldener Herbsttag
Heute war ich gleich zwei Mal draussen unterwegs. Frühmorgens bin ich in den erwachenden Tag gelaufen. Anfangs lag der Wald noch im Schatten und auf den Gräsern am Wegrand waren Eiskristalle zu sehen. Nur ganz oben auf dem Berg strahlten die herbstbunten Bäume schon in den neuen Morgen. Später dann erste scheue Sonnenstrahlen, welche durch die leuchtendgelben Blätter einer kleinen Buche lugten. Bald darauf gab es kein Halten mehr, die Sonne stieg höher und höher und tauchte alles in ihren wunderbaren Glanz. Die Wärme ist sofort spürbar, doch im Schatten bleibt es kühl. Es ist Herbst und das ist nicht zu übersehen. Auch die Gerüche sind nun anders, es riecht nach feuchter Erde, nach Pilzen und zerstampften Kastanien. Sogar das Wasser vom Bach riecht anders in dieser kühlen, klaren Luft und zusammen mit einem leichten Wind sorgt es für einen herrlich freien Kopf. Im eigenen Rhythmus Frisches und Neues einatmen und Altes, Verbrauchtes ausatmen, das tut gut…
Am Nachmittag bin ich wieder unterwegs, es zieht mich wie das Wasser hinunter zum See, wo ich die wohltuende Stille geniesse und meinen Blick in die Ferne schweifen lasse. Farbenfrohe Bäume und Sträucher, weissverschneite Bergspitzen und das intensive Blau von Himmel und Wasser erfreuen meine Augen und lassen mich die Zeit vergessen. Ich nehme diese goldene Welt in mich auf und atme sie tief in mein Herz. Dort werde ich diesen wärmenden, sonnendurchfluteten Schatz den ganzen Winter über hüten und bei Bedarf immer und immer wieder ein klein wenig davon kosten. Ich möchte alle dazu ermuntern, dasselbe zu tun, es kostet nichts und ist doch sooo wertvoll…
Fruchtstand eines Sommerflieders und sein Schatten
Daraus strickt die Zwergin eine warme Mütze
Eine kleine leuchtende Schönheit…
Wir sind schon verblüht und schöner denn je
Mich sieht man schon von weitem!
Hörst Du meine Blätter rauschen?
Langsam neigt sich der Tag zu Ende
Mit einem letzten Strahlen verabschieden sich auch Eiger, Mönch & Jungfrau