Donnerstag, 1. März 2012

Glastonbury

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Das nächste Ziel unser Reise heisst Glastonbury, wo wir in die sagenhaften “Nebel von Avalon” eintauchen wollen. Schon von weitem sehen wir Glastonbury Tor, ein Hügel mit einem Turm, welcher hinter der Stadt thront. An diesem Abend ist es jedoch zu bereits zu spät, um noch hoch zu steigen. Die Dämmerung hat eingesetzt und der Boden ist gefroren, so dass ich mich nicht getrauen würde, einen Weg, den ich nicht kenne, hoch zu gehen. Am nächsten Morgen dann die Überraschung: es ist grau in grau, man sieht kaum etwas und für den Nachmittag sind heftige Schneefälle angesagt. Trotz der Wolken am Himmel ist es bitter kalt, als wir die Glastonbury Abbey besuchen. Plötzlich steht man mitten in der Geschichte und die alten Mauern laden ein zum Innehalten und Staunen. Nach dem Mittagessen dann der Schnee. In kurzer Zeit fallen einige Zentimeter und wir beschliessen, in unser B&B zurück zu gehen. Doch Glastonbury Tor lässt mir keine Ruhe – ich muss einfach dort hin! Gesagt, getan. Warm angezogen und vor Feuchtigkeit geschützt mache ich mich auf den Weg. Und bereue es nicht, denn es war einmalig schön! Ich nähere mich dem Hügel von hinten, der Weg ist dort kürzer aber doch recht steil. Als ich von der Strasse auf den kleinen Feldweg, der nach oben führt, komme, schneit es so stark, dass ich den Turm nicht mehr sehe. Zugegeben, ich habe ein bisschen ein mulmiges Gefühl, denn ich kann im Moment überhaupt nicht einschätzen, wie steil es ist und wie viel Zeit ich benötigen werde. Auch weiß ich nicht, wie der Zustand des Weges ist. Alles kein Problem: ich muss zwar gegen den Wind regelrecht ankämpfen und die Sicht ist gleich null, doch schließlich stehe ich sicher oben. Ein erhabenes Gefühl! Kein Mensch weit und breit, nur ich, der Turm und das Tosen des Windes. Ach ja, und natürlich auch zahlreiche Schneeflocken, welche den Blick nach unten und über das weite Land unmöglich machen. Doch wie sagte der Quellenhüter unten bei “The White Spring”, dem ich erzählte, ich hätte leider nicht viel gesehen: “manchmal sieht man mehr, wenn man nichts sieht”. Wie wahr! Ganz auf mich und den Augenblick konzentriert genieße ich diesen Moment und freue mich, dass ich meiner inneren Stimme gefolgt bin und dieses Erlebnis nun im Herzen trage…

 

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Glastonbury Abbey

 

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Links der ehemalige Hochaltar

 

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Lady Chapel

 

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Glastonbury Tor

 

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Der Weg ist steil!

 

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Bald bin ich oben

 

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Im Innern des Turms – was für ein Licht

 

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Zurück nehme ich den anderen Weg

 

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Blick zurück

 

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Unten im Städtchen dann die Gewissheit:
der nächste Frühling kommt bestimmt

Mittwoch, 22. Februar 2012

Stonehenge

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Unser Weg durch Südengland führt uns beim Stonehenge Steinkreis vorbei. Was mich erwartet, weiß ich nicht genau, ich selber erwarte nicht allzu viel, bin einfach gespannt, wie diese Anlage auf mich wirken wird und freue mich darauf, dass zu dieser Jahreszeit wohl nicht allzu viele Menschen dort anzutreffen sind. Die Straßenkarte auf den Knien weiß ich, dass Stonehenge gleich vor unseren Augen auftauchen wird. Und tatsächlich, kaum zum Kreisverkehr heraus führt die Straße den Hügel herunter direkt auf den Steinkreis zu. Erst zeigt er sich klein und unscheinbar, doch allmählich sehen und spüren wir seine wahre Größe. Als ich schließlich, noch außerhalb des Zauns, davor stehe, spüre ich am ganzen Körper Gänsehaut. Es ist unglaublich beeindruckend, vor diesem Zeitmonument zu stehen! Trotz des kühlen, windigen Tages, sind wir nicht die einzigen Besucher. Wir haben zum Glück viel Zeit und müssen nicht wie einige von ihnen im Schnellzugstempo die Steine umrunden. Was mir nebst den Steinriesen am meisten auffällt sind die Raben, welche in großer Anzahl vorhanden sind. Das ist für mich irgendwie völlig passend, ohne dass ich genauer erklären kann warum. Auf den Audioguide, den man hätte mieten können, haben wir verzichtet und tauchen lieber “ohne Worte” in die imposante Atmosphäre ein. Wir bleiben, bis die Anlage geschlossen wird, leider in der Nebensaison schon um 16 Uhr. Wir hätten es gut noch länger ausgehalten…

 

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Raben begrüßen uns schon ganz am Anfang

 

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Eindrücklich, davor zu stehen!

 

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Einige Steinwesen

 

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Wie kommt der Regenbogen auf den Stein?

 

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Der Rabe passt gut ins Bild

 

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Die Vögel scheinen sich hier wohlzufühlen

 

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Wer sieht das Steingesicht?

 

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Lichtwesen zeigen sich

 

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Und zum Abschluss noch mal – ein Rabe!

Dienstag, 21. Februar 2012

On the Road again

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Endlich ist es soweit: unsere Reise nach Irland, welche uns durch Frankreich, Belgien und England führen wird, beginnt. Am 1. Februar 2012 starten wir – bei dichtem Schneefall und Straßenverhältnissen, welche es den ganzen Winter über noch nicht gab. Doch wir haben Glück. Bereits nach Bern lässt der Schneefall nach und nach der Grenze in Basel wird es mit jedem zurückgelegten Kilometer sonniger und wärmer. Wir sind dankbar darum. Auch so ist der Weg, welcher am heutigen Tag vor uns liegt, lang! Wir kommen gut durch, bis auf Brüssel, wo wir uns eine geschlagene Stunde lang durch den abendlichen Berufsverkehr schleppen. Als wir schließlich in Brugge ankommen, fallen wir nach einem erstaunlich guten Abendessen müde ins Bett. Da wir nun schon so weit gefahren sind, ist der Weg nach Dünkirchen, wo uns die Fähre nach Dover bringen wird, nicht mehr weit. Wir sind froh, heute nicht noch mal so lange im Auto sitzen zu müssen! Die Überfahrt ist größtenteils ruhig, doch für meinen Geschmack schaukelt es genug. Ich bin erleichtert, als ich in Dover wieder festen Boden unter den Füssen habe! Nach kurzer Autofahrt – jetzt auf der linken Fahrbahn – kommen wir in Hythe an, wo ein Hotel direkt am Meer auf uns wartet. Es ist ein Eckzimmer, mit wunderbarer Aussicht, doch leider sehr kühl und zugig und so tragen wir unsere Vliespullover über den Schlafanzügen und wärmen uns mit zusätzlichen Decken. So ist es wenigsten  einigermaßen gemütlich. Schon eine erste gute Erfahrung: nicht überall sind die Häuser so gut isoliert wie bei uns zu Hause und dichte Fenster sind keine Selbstverständlichkeit! Am nächsten Morgen eine nette Begegnung im Tankstellenshop, wo ich uns eine Straßenkarte hole. Der Tamile an der Kasse fragt mich, woher ich komme und strahlt, als ich es ihm sage. Er sei auch schon einige Monate in der Schweiz gewesen, habe Familienangehörige, die da leben, es sei ein wunderbares Land und ich könne mich glücklich schätzen, an so einem schönen Ort zu leben. Fröhlich verlasse ich den  Laden, denn genau solche Begegnungen machen für mich die Freude am Reisen aus…

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Auslaufen aus dem Hafen von Dünkirchen

 

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Strahlender Himmel

 

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Wellen jagen sich

 

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White Cliffs von Dover

 

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Immer schön der Möwe nach

 

White Cliffs of Dover
Auch der Leuchtturm weist den Weg

 

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Abendstimmung in Hythe

 

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Sonnenuntergang

 

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Keine Welle ist gleich wie die andere

 

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Abendflug

 

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Sonnenaufgang am nächsten Morgen

 

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Alles ist in goldenes Licht getaucht

Donnerstag, 26. Januar 2012

… dann wird es werden wie ein Fest

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Du musst das Leben nicht verstehen,
dann wir es werden wie ein Fest.
Und lass Dir jeden Tag geschehen,
so wie ein Kind im Weitergehen von jedem Wehen sich viele Blüten schenken lässt.
Sie aufzusammeln und zu sparen,
das kommt dem Kind nicht in den Sinn.
Es löst sie leise aus den Haaren, drin sie so gern gefangen waren,
und hält den lieben jungen Jahren
nach neuen seine Hände hin.
(Rainer Maria Rilke)

Mittwoch, 25. Januar 2012

Happy Birthday!

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Mein Blog feiert heute seinen 2. Geburtstag!

Ich könnte hier jetzt schreiben, wie viele Fotos ich gepostet habe, wie viele Besucher auf der Seite waren, von wo die Zugriffe kamen und wie lange in den unterschiedlichen Beiträgen im Durchschnitt verweilt wird. Doch das alles interessiert mich nicht so sehr, Statistiken sind mir zu trocken. Hauptsache, die Bilder und Texte berühren, freuen, inspirieren! Und falls sie das tun, freue ich mich sehr über einen Kommentar von euch, denn natürlich tut es gut zu wissen, ob mein Blog Beachtung findet ;-)

So werde ich weiterhin durch Feld und Wald schweifen, um mit offenen Sinnen zu sehen, was ist. Die Natur hat viele Gesichter und noch mehr Geschichten, sie alle erzählen von Weisheit, Verbundenheit, Schönheit und Respekt. In dieser Welt hat alles seinen Platz und nichts ist vergebens. Mich darin frei bewegen zu können ist wunderbar bereichernd und dafür danke ich sehr***

“Ich habe aus dem Buch der Natur gelernt, aus den Felsen, den Blättern, dem Gras und den Bächen. Ich habe gelernt, das zu tun, was Aufgabe aller ist, die die Natur lieben: die Schönheit zu fühlen.”
(Keltische Weisheit)

Sonntag, 15. Januar 2012

Der schönste Moment des Tages

 Schreibheft
Weihnachten vor zwei Jahren habe ich ein wunderschönes Schreibbüchlein geschenkt bekommen. Es hat einen türkisfarbenen Umschlag mit ausgestanztem, winzigem Blümchenmuster, durch welches pinkfarbenes Papier schimmert. Ein zartes Seidenband am Buchrücken sorgt dafür, dass das Büchlein gut zusammengehalten ist. Als Tagebuch wollte ich es nicht verwenden, da nehme ich seit Jahren meine schwarzen Moleskine, welchen ich mit einer Postkarte einen persönlichen Anstrich verleihe. Doch das Büchlein einfach nur zur Dekoration auf dem Schreibtisch liegen zu haben, fand ich auch nicht so toll. Dann tauchte, pünktlich zum Jahresbeginn 2010, die perfekte Idee auf: von jedem der kommenden Tage wollte ich mir den jeweils schönsten Moment aufschreiben. Ein Sammeln von einzelnen Glücksperlen, welche mit der Zeit eine wunderschöne Sammlung ergeben. Strahlend, leuchtend, unvergesslich… Gesagt, getan, ich habe fleißig notiert, an manchem Tag gar zwei oder drei “schönste Augenblicke”. Doch wie es manchmal kommt: irgendwann im Lauf der Monate verlief es sich im Sand, aus welchen Gründen auch immer... Bis mir das Büchlein vor einigen Tagen wieder in die Hände fiel! Welch Freude, all diese Kostbarkeiten zu lesen! Und mich zu erinnern. Zum Beispiel an den Duft nach warmem Brot, nachdem ich wegen einer heftigen Grippe 1o Tage lang null und nichts gerochen hatte! Oder ein Gänsehaut-Moment an einem abgelegenen Bergsee, wo in die Stille hinein plötzlich Alphornklänge zu hören waren, welche mich zu Tränen rührten! Dann auch die in goldenes Licht getauchten Tannenspitzen hinten am Waldrand, kurz bevor sich die Sonne für diesen Tag verabschiedet hat…

Nun notiere ich mir wieder Tag für Tag all die Momente, die mich berühren und welche, so unscheinbar sie für einen anderen auch scheinen mögen, für mich groß und bedeutsam sind.

Sonntag, 1. Januar 2012

♥ ♥ ♥ Happy New Year ♥ ♥ ♥

Lärche
Bricht der erste Morgen des neuen Jahres an, so erscheint der Himmel nicht anders als am Tag zuvor, aber doch ist einem seltsam frisch zumute
(Yoshida Kenkô)

Samstag, 31. Dezember 2011

Gute Reise!

Die Nacht ist ein Fluss
Diese Nacht ist ein Fluss.
Mein Bett ist ein Kahn.
Vom alten Jahr stoße ich ab.
Am neuen lege ich an.
Morgen spring ich an Land.
Dies Land, was ist´s für ein Ort ?
Es ist keiner, der´s weiß.
Keiner war vor mir dort.
(Josef Guggenmos)

Freitag, 30. Dezember 2011

Alles ist für etwas gut

Himmel auf Erden
Wie die Schere und der Wasserkrug des sorgsamen Gärtners den Baum in die Höhe treiben, so lassen die Tränen des vergangenen Jahres
des Menschen Seele reifen
(aus China)

Mittwoch, 28. Dezember 2011

Wenn Schleier sich lüften

ES leuchtet
Heute, es war gegen Abend, habe ich mir trotz all den Dingen, welche im alten Jahr noch erledigt werden wollen, Zeit genommen, um einen Spaziergang zu machen. Eigentlich hatte ich einen ganz anderen Weg im Sinn, als den, den ich dann ging. Ich hatte Äpfel und Vogelfutter dabei, welches ich auf Baumstrünke und Holzstapel lege, und welches immer dankbar angenommen wird, manchmal auch von Mäusen und anderen Tieren. Wie immer hatte ich auch meine Kamera in der Jackentasche und kaum war ich aus dem Haus getreten, blieb ich auch schon stehen und konnte mich an dem wunderschön gefärbten Winterhimmel kaum satt sehen. Den ganzen Tag waren wir im und unter dem Nebel gewesen und nun lichtete er sich und zum Vorschein kam diese Farbenpracht. Mit den verbliebenen, übers Land schwebenden Nebelschleiern sah das ganz besonders schön aus und so kam ich nicht so weit, wie ich gedacht hatte. Ich entschloss mich, quer über die Wiese zum Haus zurück zu gehen und blieb auch da wieder stehen. Nebelschwaden jagten vom Dorf her in Richtung Wald und sammelten sich dort, bevor sie sich auflösten, keine Ahnung, wohin. Da fielen mir die Geschichten ein, welche erzählt werden, von Heeren, welche “zwischen den Jahren” durch den Himmel reiten. Zurück bei den Lindenbäumen zündete ich die Teelichter in den Gläsern an, welche ich zu Füssen der großen Bäume hingestellt habe. Dort verweilend und den farbigen Himmel betrachtend, nahm ich plötzliche Geräusche war, welche sich anhörten, als ob schwere Regentropfen oder kleine Hagelkörner auf Äste und Blätter treffen würden. Nur – es gab weder Regen noch Hagel noch Blätter an den Bäumen! Das Knistern wurde immer mehr und mir wurde zunehmend unheimlicher! Es kam aus dem Boden und klang fast so, als ob dieser von feinsten Rissen durchzogen würde, welche immer grösser werden. Mir kam aber auch der Gedanke, es seien hunderte von kleinen Wesen, welche in der Erde wirken und werkeln und schaffen und weben. Vielleicht war es auch einfach die Kombination von Wind und Feuchtigkeit, den sinkenden abendlichen Temperaturen und des gefrorenen Bodens. Es war auf jeden Fall ein ganz besonderer Moment, an dem ich da teilhaben konnte und das Gefühl, etwas Unsichtbares “gesehen” zu haben, hält noch immer an. Für solches Erleben bin ich immer unendlich dankbar, mir wurde mal wieder ein kurzer Blick hinter die Schleier gewährt und ich weiß in meinem Innersten, dass hinter der großen Welt des Sichtbaren sich eine noch viel größere, unsichtbare befindet. So schließe ich einmal mehr mit einem meiner Lieblingszitate: “Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.”

Lindenbäume